Montag, 23. September 2013

Was vom Jahrgang übrig bleibt

UB
Hinweis: Zu dem Foto rechts bin ich moralisch verpflichtet. Nachdem meine Mitspielerinnen und Mitspieler neulich mit ihren Porträts herhalten mussten, erfordert meine Vorbildfunktion, dass ich mich ebenfalls zeige. Wie man sieht, werden meine Haare jedes Jahr etwas kürzer. Dafür lächle ich diesmal ein bisschen. Könnte allerdings aus Versehen passiert sein.

Zum Thema:
Immerhin acht Spielen bescheinigte ich im Vorjahr Dauerbrennerqualitäten. Eins davon, nämlich ECLIPSE, habe ich seitdem trotzdem höchstens ein Mal gespielt. Der Grund dafür ist ziemlich leicht zu ermitteln: Der Zwang, Neuheiten zu testen, lässt es einfach nicht zu, dass sich allzu viele neue Spiele langfristig etablieren.
Jede meiner Spielerunden hat so ihre Lieblinge, und wenn doch mal wieder etwas Altes auf den Tisch kommen soll, sind es eben diese. Also DOMINION. Oder AGRICOLA. Oder DIE BURGEN VON BURGUND. Vor diesem Hintergrund glaube ich, dass von den etwas komplexeren Spielen dieses Jahrgangs womöglich nur ein einziges übrig bleiben wird:

TZOLK’IN
Obwohl ich eigentlich jedes Mal eine ähnliche Masche spiele, reizt es mich weiterhin sehr, den Drehmechanismus noch besser in den Griff zu bekommen, so dass kein Männchen unfreiwillig zu weit fährt und mich selbst eine fiese Doppeldrehung nicht aus dem Konzept bringt.
Bei BORA BORA und KEYFLOWER, den beiden anderen, die ich in der spielbox mit 8 Punkten bzw. hier im Blog mit „außerordentlich“ bewertet habe, bin ich mir nicht ganz so sicher, ob sie noch weitergespielt werden. Und das, obwohl 8 Punkte für mich die Marke ist, die bedeutet: Dieses Spiel würde ich mir kaufen. Aber das ist kein Widerspruch. Manche Spiele will man eben einfach haben, weil sie gut sind. Und mit zehn bzw. über zwanzig Partien haben KEYFLOWER und BORA BORA ihr Soll auch absolut erfüllt. Noch mehr wäre Kür.

HANABI
Dies ist der ganz, ganz sichere Kandidat. Selbst nach weit über 100 Partien spiele ich HANABI gerne und trage es neuen Gruppen an. HANABI zähle ich mittlerweile zu meinen Lieblingsspielen. Schön ist auch, dass es kein anderes Spiel verdrängt (so wie ORA ET LABORA für mich LE HAVRE verdrängt hat, weil es so ähnlich, aber eben noch ein bisschen besser ist). HANABI verdrängt weder TICHU, noch 6 NIMMT!, noch MAMMA MIA, sondern eröffnet eine ganz eigene Kategorie.

STILLE POST – EXTREM
Immer häufiger stand ich zuletzt vor der Aufgabe, unbekannte Spielegruppen zu bespaßen. Natürlich müssen solche Gruppen auch für Tests herhalten. Aber genauso geht es mir darum, Spielfreude zu vermitteln und die Leute zum Wiederkommen zu bewegen. Ein verlässlicher Volltreffer war dabei jedes Mal STILLE POST – EXTREM, das deshalb fester Bestandteil meiner Allzweck-Bespaßungs-Kiste bleiben wird. Die Stifte musste ich mittlerweile austauschen, die Blöcke sind auch nicht mehr astrein, und weiterhin hadere ich mit den blöden Regeln und der schlechten redaktionellen Bearbeitung. Doch die reine Spielidee ist ein Knaller!

P.S. Die Reduzierung von acht auf drei soll nicht bedeuten, dass ich den Jahrgang für so viel schlechter halte als den Vorgängerjahrgang. Nachdem ich meine Mitspieler gezwungen habe, sich bei der Auswahl ihrer Top-Spiele auf maximal fünf zu beschränken, wollte ich mich ausnahmsweise auch mal an meine Spielregeln halten. Selbstverständlich gab es noch mehr gute Spiele. Für DOMINION bescherte uns der Jahrgang mit DARK AGES und für DER HEIDELBÄR mit den Editionen sehr gelungene Erweiterungen. DIE LEGENDEN VON ANDOR wird wieder auf den Tisch kommen, schließlich verspricht DER STERNENSCHILD neue Abenteuer. Auch bei AUGUSTUS und LIBERTALIA würden mich Erweiterungen interessieren. Unter den mittelgewichtigen Spielen wurde meines Erachtens RIALTO zu wenig wahrgenommen. Und das kleine QWIXX bleibt, solange die Blöcke reichen, ebenfalls Bestandteil meiner Volksbespaßungskisten.

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