Freitag, 3. Januar 2014

Cuatro

Alarm! Gerade neulich hatte ich noch geunkt, mit New Boardgame Journalism-Schnickschnack habe REZENSIONEN FÜR MILLIONEN nichts am Hut, schließlich sei ich schon froh, wenn ich es überhaupt schaffe, alle acht Tage eine Rezension zu veröffentlichen – und nun ist der Ernstfall bereits eingetreten!
Mal schnell durchzählen: Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, NEUN, Z.E.H.N.!!! Tage hat es diesmal gedauert. Oh nein, oh nein, das ist nicht mal mehr c.t. Als Entschuldigung möchte ich vorbringen: Ich hab’s am Knie!
Okay. Interessiert keinen. Also:

Wie geht CUATRO? Auch wenn „cuatro“ auf Spanisch „vier“ bedeutet, dürfte es sich bei CUATRO auszahlen, wenigstens bis fünf zählen zu können. Denn maximal so viele Würfelversuche unternimmt jeder Spieler mit seinen fünf Würfeln, um dabei eine der seit kniffelgedenken festgeschrieben Kombinationen zu erzielen wie etwa einen Vierling, eine Straße oder ein Full House.
Jeder Kombination sind sechs der 36 Spielplan-Felder zugeordnet. Je nach Ergebnis platziert man auf einem davon ein eigenes Dach. Fremde Dächer dürfen überbaut werden, sofern man weniger als fünf Würfelversuche benötigt hat. Pro überbaute Etage muss man einen Wurf weggelassen haben. Sobald jemand auf vier nebeneinander liegenden Feldern die obersten Dächer besitzt, gewinnt er sofort. Ebenso wenn er drei Dächer auf den Fünflingsfeldern unterbringt. Ansonsten endet CUATRO nach 15 Runden, und eine Punktwertung entscheidet.

Was passiert? Die Punktwertung habe ich nie erlebt, auch nicht die drei Fünflingsdächer. Alle Partien wurden über vier Dächer in einer Reihe entschieden. Manchmal sogar extrem schnell, weil irgendwer den Ernst der Lage nicht begriff und dem hinter ihm Sitzenden eine schöne Gewinnstellung überließ.
Sehr schnell läuft es nämlich genau darauf hinaus: Hat ein Spieler drei in einer Reihe, macht man sie ihm kaputt. Nun hat vielleicht ein anderer drei in einer Reihe, und der Nächste zerstört sie. CUATRO spielt sich nicht gerade konstruktiv; permanent herrschen irgendwelche Überbauungs-Zwänge. Manch einer mag das nicht, aber wie sich zeigt, fördert eine zu friedliche Mentalität nur den Erfolg der anderen. Aggressiv gespielt finde ich CUATRO am interessantesten. Hier dauern die Partien allerdings auch schon grenzwertig lange.

Was taugt es? Als Zwischendurchspiel ist CUATRO in Ordnung. Es bietet zwar nicht wirklich etwas Neues, aber die Mechanismen stimmen, die Regelmenge passt zum Einflussgrad und das Material ist auch gelungen. Ich werde gerne noch ein paar Partien mitspielen – falls denn meine Mitspieler überhaupt wollen. Eine besondere Resonanz hat CUATRO bislang nicht entfacht.

CUATRO von Jürgen P. K. Grunau für zwei bis vier Spieler, noris.

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