Dienstag, 25. Juli 2017

Klask

In der Woche nach den Preisverleihungen „Spiel des Jahres“ und „Kennerspiel des Jahres“ ist meine Zeit traditionell knapp. Das Durchforsten der Foren, um zu erfahren, was die Jury diesmal wieder alles falsch gemacht hat, hält doch ziemlich auf. Die Folge: Ich muss hier mal ein Spiel ganz auf die Schnelle rezensieren, möglichst eins, das überhaupt keine Regeln hat. Hm, welches könnte das sein?
„Klack“, würde der Deutsche jetzt lautmalerisch sagen, nachdem der Groschen gefallen ist. In Dänemark aber fallen die Groschen anders: „Klask!“ (Äh, außerdem fallen in Dänemark vermutlich Öre.)

Wie geht KLASK? Vordergründig geht es darum, den Ball in des Gegners Tormulde zu kicken. Das zählt einen Punkt, und wer sechs Punkte hat, gewinnt. Beide Kontrahenten besitzen eine Figur, die sie mit einem Magneten über ihre Hälfte des 45 Zentimeter langen Spielfeldes steuern. Der Magnet läuft unterhalb der dünnen Holzplatte, die Figur oberhalb. Bei allzu hektischen Bewegungen fällt sie ab, womit die erste Möglichkeit genannt wäre, das Torkonto des Gegners ungewollt hochzuschrauben.
Die zweite ist, dass man versehentlich mit der Figur ins eigene Torloch rutscht. Wären wir in Dänemark, sollte es in dieser Situation „klask!“ machen. In meinen Partien allerdings habe ich eher Geräusche gehört, die klangen wie: „Neeeein, ich Idiooot!“
Und dann drittens: Auch wer zwei Magnetsteine an seiner Figur haften hat, schenkt dem Gegner einen Punkt. Die drei kleinen Magnete, die auf der Spielfläche herumkugeln und durch einen Treffer mit dem Ball in Richtung Gegner befördert werden können, sind der besondere Clou und das, was KLASK von ähnlichen Spielen unterscheidet.


Was passiert? Hat man erst mal eine dieser Zecken am Hacken, erfordert es ziemliche Konzentration, der möglichen zweiten auszuweichen. Da vergisst man schon mal den Ball und kassiert ein lächerliches Tor oder fährt – noch lächerlicher – einmal mehr ins eigene Tor hi... neeein!
Der direkte Schuss aufs Tor spielt bei KLASK eine untergeordnete Rolle. Oft ist es erfolgreicher, den Gegner mit Abprallern über Bande oder Magnetsteinen zu verwirren, die unkontrolliert in seiner Spielfeldhälfte herumkullern. KLASK ist kein Geschicklichkeitsspiel mit Muskelkraft, sondern eins mit Köpfchen.

Was taugt es? KLASK ist eine gelungene Alternative zu Tischfußball oder Airhockey. Ohne denselben Körpereinsatz ist es ähnlich spannend und ähnlich rasant. Es ist zudem deutlich preiswerter, passt auf einen haushaltsüblichen Tisch und nimmt nicht viel Platz in der Wohnung weg.
Natürlich lohnt sich die Anschaffung nur, wenn man einen potenziellen Spielpartner hat. Das ist vielleicht das größte Problem: Nicht jeder steht auf Spiele dieser Art. KLASK hat das Potenzial, wiederholt ganze Abende lang zu fesseln. Oder, wenn man keinen adäquaten Gegner findet, monatelang ungenutzt herumzustehen.


KLASK von Mikkel Bertelsen für zwei Spieler, Game Factory.

4 Kommentare:

ravn hat gesagt…

Hallo Udo,

kannst Du etwas über Deine Erfahrungen mit der Materialqualität von Klask erzählen?

Anscheinend gibt es leider bemerkbare Unterschiede. Bei einigen gleiten die Figuren auch bei langsamen Bewegungen übers Feld. Bei anderen stottern die eher, so dass mit Holzwachs und Teflongleiterfolie selbst nachbearbeitet wurde. Bei mir stottern die und die Klask-Schriftzüge heben sich deutlich von der Spielfläche ab, was den Stotter-Effekt nochmals verstärkt in dem Bereich.

Anfrage an Hersteller ist raus, bisher aber noch unbeantwortet.

Cu /Ralf

Udo Bartsch hat gesagt…

Mein Spiel ist tadellos. Die Figuren stottern nicht. Ich habe aber gehört, dass es mit Teilen der Erstausgabe Probleme gegeben haben soll und dass in der Folgeauflage nachgebessert wurde.

Anonym hat gesagt…

Bei Klask ist kein Ball aus Holz mitgeliefert ;)

Udo Bartsch hat gesagt…

Na gut, stimmt. Hab´s im Text geändert.

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